Elephant Nature Park

Elephant Nature Park

Wer sich Bilder von Südostasien ansieht, wird früher oder später auch Elefanten darauf entdecken. Als Tourist kommt man mit diesen Tieren häufig im Rahmen von Shows oder beim Attraktionen wie dem Elefantenreiten in Kontakt. Schaut man genauer hin, dann sieht man, dass diese Dinge den Tieren vor allem schaden. Nur durch die massive Anwendung von Gewalt, Misshandlung und Folter können die Elefanten zu Kunststücken oder zum Einsatz als Reittier gezwungnen werden. Das ist noch viel schlimmer als die nicht artgerechte Unterbringung in Zoos. 

Aus diesem Grund waren die häufig angebotenen Elefantentouren keine Option für uns, auch wenn man dort für kleines Geld ein paar schöne Fotos bekommen kann. Auf der Recherche nach Alternativen stießen wir auf den Elephant Nature Park, der nördlich von Chiang Mai liegt. Dieser Park beherbergt rund 70 Elefanten. Die meisten davon sind ehemalige Arbeits- oder Zirkustiere, die hier ein neues Zuhause gefunden haben. Der Park bemüht sich, solche leidenden Tiere aufzukaufen und ihnen ein besseres Leben zu bieten. Die Tickets waren etwas teurer und konnten nur vorab über das Internet bestellt werden. 

Die eigentliche Tour begann direkt vor unserem Hotel. Wir wurden nämlich mit einem Minibus abgeholt und zusammen mit sieben anderen Besuchern zum Park gefahren. Die Fahrt dauerte rund 90 Minuten und wurde uns durch ein Video verkürzt, das einiges über den Park erzählte. Unser Tourguide war ebenfalls im Bus dabei und nutzte die Zeit, um sich vorzustellen. 

Im Park angekommen konnten wir erstmal einen alten Elefanten füttern, indem wir ihm Obst und Gemüse vor den Rüssel hielten und dabei zusahen, wie er es sich schnappte. Danach traten wir unsere Wanderung durch das weitläufige Gelände an. Die Elefanten konnten sich recht frei bewegen. Jedes Tier wurde von einem Tierpfleger begleitet, der aufpasste, dass es dem Tier gut ging und es zu keinen Problemen kam. Letzteres sah zum Beispiel so aus, dass die Besucher gewarnt wurden, wenn sie sich einem Tier ungünstig näherten. Übrigens besteht die komplette Kontrolle über die Tiere hier nur aus Worten und Futter. Laut unserem Guide ist vor allem letzteres ein sehr wirkungsvolles Mittel, da die Elefanten sehr viel und sehr gerne essen. 

Während wir durch den Park gingen erzählte uns der Guide sehr viel über die Tiere und den Park. Das war wirklich sehr interessant. So erfuhren wir beispielsweise, dass der Park anfangs wenig Rückhalt in der Region hatte, da die Leute nicht verstanden, warum man die Tiere anders behandeln soll. Im Laufe der Zeit hat sich das gewandelt. Nicht zuletzt, weil der Park zu einem Wirtschaftsfaktor in der Gegend wurde und beispielsweise viel Futter direkt bei den Bauern vor Ort kauft und Arbeitsplätze geschaffen hat. 

Wir begegneten immer wieder verschiedenen Gruppen von Elefanten und hatten teilweise die Möglichkeit, diese zu füttern oder mit Ihnen für Bilder zu posieren. Ich habe im Park das erste Mal einen Elefanten berührt und das war wirklich etwas besonderes. Das weitläufige Gebiet des Parks erinnerte Mi h stellenweise an den ersten Jurassic Park Film. Nur halt ohne Dinos, aber dafür mit anderen beeindruckenden Tieren. Zum Ende der Tour gab es noch die Möglichkeit, einige Elefanten im Fluss mit Wasser vollzuspritzen und so für etwas Erfrischung zu sorgen. Dieser Tag war eine der schönsten Erlebnisse, die ich bisher hatte und ich werde mich sicherlich noch sehr lange daran zurückerinnern. 

Gewissermaßen als Bonus gab es im Park auch noch einige Wasserbüffel, Katzen und über 400 ehemalige Straßenhunde.