Der letzte Tag in Bangkok

Der letzte Tag in Bangkok

Ich trage hier im Urlaub täglich meine Sportuhr von Garmin. Neben der Uhrzeit zeigt sie mir auch die Anzahl meiner Schritte und die dabei zurückgelegte Entfernung an. Während der ersten drei Tage kamen so schon 58 Kilometer zusammen. Ein Grund, wieso wir den letzten Tag etwas ruhiger angehen wollten. Entschleunigung und so. 

Nach dem Frühstück machten wir uns mit dem Skytrain auf den Weg zur MBK Shopping Mall. Der Skytrain ist ein wunderbares Verkehrsmittel in Form einer Hochbahn. So ähnlich wie die Bahn in Gotham City, nur ohne Batman. Leider gibt es keine vollständige Abdeckung in der Stadt. 

Alle Leute erzählen immer, dass Thailand und Bangkok im speziellen ein Shoppingpardies ist. Obwohl ich abgesehen von Sportschuhen und Rennrädern kein ausgeprägter Powershopper bin, wollten wir uns diese Attraktion nicht entgehen lassen. Die MBK Mall wurde uns in dieser Hinsicht wärmstens ans Herz gelegt. Das Einkaufsparadies erstreckt sich über sieben Etagen und beherbergt eine unüberschaubare Anzahl von kleinen Verkaufsständen und Läden. Dazu kommen noch eine Reihe von gastronomischen Einrichtungen, vom einfachen Thai Imbiss über das japanische Schulmädchenkaffee bis hin zum gehobenen Sushi-Restaurant. 

Mehr als genug, um einen zu überfordern. In der Mall gab es eine große Auswahl an Fälschungen, guten Fälschungen und auch diversen echten Waren. Darunter Kuriositäten wie Nike Free mit leuchtenden Sohlen zum kleinen Preis oder Händler, die aktuelle Raubkopien auf DVD und Blu Ray anboten. Bei den zahlreichen Elektronikhändlern gab es teilweise soviel LED Beleuchtung, dass ich die dezente Angst vor einem epileptischen Anfall bekam. 

Das ganze war definitiv ein Erlebnis, auch wenn sich unsere Ausbeute in Grenzen hielt. Für viele der Waren, vor allem die Bekleidung, sind wir wohl nicht die richtige Zielgruppe. Gefälschte Armani Shirts für zwei Euro oder angeblich traditionelle oder mit klassischen Thai-Motiven versehene Kleidung (mit der man nebenbei keinen Einheimischen sieht) machte einen Großteil des Textilangebots aus. 

Nach der Shoppingtour und einer Stärkung besuchten wir noch das Jim Thomson Haus, das gleich in der Nähe liegt. Thomson war ein Amerikaner, der im vergangenen Jahrhundert nach Bangkok auswanderte und dort die Seidenproduktion revolutionierte. Er ist einer, wenn nicht sogar der bekannteste Ausländer in Asien. 

Morgen früh geht es dann auf den Flughafen und von dort zur nächsten Etappe unserer Reise: nach Chiang Mai. 

Übrigends wurden es heute dann doch wieder 18 Kilometer laut meiner Uhr…