On the Road

On the Road

Heute war eigentlich nichts aufregendes geplant. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Mietwagenstation, um unser Gefährt für die nächsten beiden Wochen abzuholen. Das klappte ganz gut, außer dass aus den 20 Minuten Wartezeit fast eine Stunde wurde. Aber alles halb so schlimm. Da muss schon deutlich mehr passieren, dass uns das aus der Ruhe bringt.

Wir fuhren dann rund 30 Meilen nach Norden, um einem gewaltigen Outlet Center namens Sawgrass Mills einen Besuch abzustatten. Ich habe bisher schon einige wirklich große Einkaufstempel gesehen, aber das hier war eine ganz andere Liga. Ein größtenteils Überdachtes Gelände von der Größe des Saarlands (grob geschätzt) beherbergte eine Vielzahl von einzelnen Geschäften. Um wirklich alles zu besichtigen wären sicherlich mehrere Tage notwendig. Wir schlenderten daher nur einige wenige Stunden umher und machten uns danach an die Weiterfahrt nach Cocoa. Ich musste aber immer wieder über so manche kuriosen Artikel staunen. Genauso wie über den wohl kalorienreichsten Kuchen, den ich in meinem bisherigen Leben gegessen habe.

Bis dahin waren es ungefähr 150 Meilen. Die Fahrt war okay, bis auf einmal 15 Meilen vor dem Ziel ein Polizeiwagen hinter uns die Nacht in ein farbiges und blinkendes Licht hüllte. Nach dem ersten Schreck fiel mein Blick direkt auf den Tacho. Ich weiß, dass man in den USA die Geschwindigkeitsbeschränkungen sehr genau nimmt. Ich war vielleicht ein bisschen darüber gewesen. Einige lange Schrecksekunden später hielt ich an. Ich öffnete das Fenster und ließ meine Hände gut sichtbar auf dem Lenkrad liegen. Das wurde einem ja in jedem Reiseführer eingebläut.

Als der Polizist an mein Fenster kam (nachdem wir quälend lange Minuten gewartet hatten), begrüßte er uns zunächst freundlich und fragte mich dann direkt, warum er uns wohl angehalten hatte. Ich sagte ohne Umschweife, dass ich vermutlich zu schnell unterwegs gewesen war. Das war allerdings nicht der Grund gewesen. Dem Polizisten war aufgefallen, dass mein Abblendlicht nicht an war. In der Tat hatte ich beim Einsetzen der Dämmerung nur das Standlicht angeschaltet. Ich hatte den entsprechenden Knopf nich weit genug gedreht und dies nicht bemerkt. Dem Polizist war es allerdings aufgefallen. Nachdem er noch unsere Papiere geprüft hatte bekam ich noch eine Verwarnung: „Nicht als Strafe, sondern als Erinnerung daran, immer das Licht korrekt einzuschalten“. Ich war froh über den Ausgang und bin sicher, dass mir dieser Fehler nicht noch einmal passiert.

Kurz vor dem Motel gab es dann nochmal eine Schrecksekunde. In der Dunkelheit vor unserem Wagen könnte ich eine undeutliche Bewegung erkennen und bremste deswegen. Im Schein des Abblendlichts erkannten wir dann eine komplette Waschbärenfamilie, die die Straße überquerte. Wer weiß, vielleicht hat das wachsame Auge des Polizisten im Nachhinein den pelzigen Gesellen ja das Leben gerettet.

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