Was wirklich wichtig ist

Wir leben in einer Überflussgesellschaft und ich bin da keine Ausnahme. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten habe ich eine Menge Dinge angesammelt, von denen ich eventuell nicht alle brauche. Manche Dinge besitzt man einfach und weiß irgendwie nicht mehr warum. Okay, meine zehn Paare Sportschuhe brauche ich natürlich. Die sind ja auch alle verschieden und für ein ausgewogenes Training notwendig.

Aber ich besitze auch viele Dinge, die ich eigentlich nicht brauche und die nur Staub ansammeln. Einen Großteil meiner Bücher zum Beispiel. Die habe ich bei den letzten Umzügen pflichtbewusst vom Regal in Kisten und anschließend wieder zurück ins Regal gepackt. Ohne sie zwischenzeitlich in die Hand zu nehmen. Und ich meine jetzt nicht Bücher mit einer besonderen Bedeutung wie beispielsweise Das Leben Gebrauchsanweisung oder die wunderbaren Worte von Murakami. Ich meine die Bücher, die man vielleicht einmal gelesen hat und die nichts besonderes hatten. Warum soll man diese Bücher weiter besitzen? Mir fällt kein Grund ein und darum wandern diese Exemplare nun Stück für Stück in den öffentlichen Bücherschrank. Ein ähnliches Schicksal traf meine gesammelten Fachzeitschriften, die teilweise bis in die frühen Jahre des vergangenen Jahrzehnts zurückreichen. Deren Inhalt ist maximal von historischem Wert. Als weg damit.

Alleine diese kleine Schritte fühlten sich schon sehr gut an. Ich betrachte sie als erste Schritte. Mein Ziel ist es nicht, mich von allen Dingen zu trennen, sondern mich auf die wirklich wichtigen Sachen zu konzentrieren. Denn oftmals sammelt man über die Jahren einfach Dinge an, ohne sich darüber Gedanken zu machen. Ich mache oder machte das zumindest so. Und ich bin gespannt, ob das in Zukunft anders sein wird.

Irgendwo habe ich gelesen, dass jemand für zehn Tage jeden Tag ganz bewusst etwas fotografiert hat, dass ihm wichtig ist. Die Idee gefällt mir sehr und ich will das auch gerne ab morgen versuchen. Zehn Tage. Zehn Fotos.