Interaktive Filme

Interaktive Filme

Die 90er waren die Dekade, in der ich recht intensiv gespielt habe. Natürlich keine Brettspiele. sondern an der Konsole (NES!) oder am Computer. Das war auch die Zeit der interaktiven Spielfilme. Rückblickend eigentlich total langweilig, aber damals umgab sie so ein besonderer Reiz. Wahrscheinlich, weil es sich um eine neue Form der Unterhaltung handelte und junge technikaffine Leute (Nerd sagte man bei uns im Dorf nicht) generell von neuen technischen Spielereien fasziniert sind.

Beim klassischen interaktiven Film konnte der Spieler an Schlüsselstellen auswählen, wie sich ein Charakter im Film entscheidet. Ob er die linke oder die rechte Tür öffnet. Je nach Entscheidung wurde dann ein entsprechender Clip abgespielt. Manchmal musste man auch ein Minigame spielen, damit der Film fortgeführt wurde.

Darüber hinaus gab es aber auch interaktive Filme, bei denen der Spieler wie in einem Adventure interagieren konnte. Zwischenszenen mit echten Schauspielern bildeten hier den Rahmen des Films. Ein sehr gutes Beispiel für diese Art von interaktiven Film ist natürlich Under a killing Moon, in dem man in die Rolle des Detektivs Tex Murphy schlüpft und eine Verschwörung aufklärt. Ein tolles Spiel, das mit damals sehr viel Freude gemacht hat und heute recht preiswert bei GOG erhältlich ist. Vielleicht wäre das ja was für eine kleine Retro Session über Weihnachten…

Ein Beispiel für die erste, einfachere Art ist Critical Path. In einer düsteren Zukunft stürzt ein Helikopter auf einer Insel ab. Eine Frau namens Kat überlebt den Absturz unbeschadet und macht sich daraufhin auf, der Insel ihr Geheimnis zu entlocken. Dabei wird sie vom Spieler unterstützt, der die verschiedenen Gerätschaften auf der Insel hacken kann und außerdem durch eine Stirnkamera von Kat alle sieht, was sie auch sieht. Die Interaktion des Spielers beschränkt sich auf das Drücken von einigen Buttons. Und eine alternative Handlung gab es damals auch nicht. Wenn man nicht schnell genug auf den richtigen Knopf drückte, dann hieß es eben Game Over.

Und als ich in einem Anflug von Retrogefühlen nach diesem Spiel in der allwissenden Suchmaschine suchte, fand ich einen Link zu einer Onlineversion auf Youtube. Die „Portierung“ liegt nahe, da das Spiel ja nur aus einzelnen Videosequenzen besteht, die untereinander verlinkt sind.

Wer das Spiel damals nicht gespielt hat, wird wahrscheinlich nur mit dem Kopf schütteln. Aber he, das war vor zwanzig Jahren echt cool.

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http://www.youtube.com/watch?v=OUamoP_H7eo