Gewohnheiten infrage stellen

Jeder von uns hat Gewohnheiten, den meisten ist man sich gar nicht so bewusst. Sie sind die kleinen Automatismen, die das tägliche Leben einfacher machen, weil sie uns viele kleine Entscheidungen abnehmen. Das ist eine gute Sache, wenn ich dadurch Zeit spare, weil ich mir nicht jedes Mal überlegen muss, wie viel Zucker ich in meine Tasse Tee gebe oder ob ich im Kino süßes oder salziges Popcorn nehme. Ich habe diese Entscheidungen ja irgendwann mal bewusst getroffen.

Was man dabei aber schnell vergisst: Dinge ändern sich und allen voran ändert man sich auch selbst. Und dadurch ändert sich eben auch die Grundlage für Entscheidungen. Jetzt wird es aber kniffelig, denn seine Gewohnheiten hat man ja immer noch, obwohl man die zugrunde liegende Entscheidung jetzt wahrscheinlich anders treffen würde. Irgendwie paradox, oder?

Mir ist das vor einigen Wochen bewusst geworden, als ich mit der „#strafi50-Challenge“ angefangen habe. Dabei handelt es sich um ein fünfzigtägiges Fitness- und Ernährungsprogramm, dessen Ziel eine bessere Strandfigur ist. Es gibt keine festen Regeln, abgesehen von der Dauer von fünfzig Tagen, sowie der Vorgabe, dass man sich danach subjektiv besser fühlt. Die Idee dazu hatten ein Freund und ich im Urlaub und der Hintergrund ist und war es, über das Internet einen öffentlichen Rahmen zu schaffen, der kontinuierlich motivieren soll.

Für mich hat sich das Ganze darüber hinaus zu einer Spielwiese entwickelt, in der ich meine Gewohnheiten nach belieben ändern kann, ohne viel darüber nachzudenken oder mich gar rechtfertigen. Egal, wem gegenüber. Denn egal was ich ausprobiere, es ist ja (erstmal) nur im Rahmen der Challenge. Sie ist quasi mein Inkubator für neue Ideen und Veränderungen. Ein einfaches, aber sehr effektives Hilfsmittel für mich, da ich dadurch keinerlei Hemmungen habe, etwas auszuprobieren.

Bisher habe ich vor allem beim Essen sehr viele Gewohnheiten infrage gestellt und auch einige Dinge verändert, und zwar im Sinne von bewusst Essen statt reiner Nahrungsaufnahme. Sehr spannend und für mich persönlich ein großer Zugewinn im Sinne von Genuss.
Ich bin sehr neugierig, welche Gewohnheiten ich in der Zukunft noch infrage stellen und vielleicht ändere. Denn eines ist mir klar: ich werde nach Ablauf der fünfzig Tage damit sicher nicht Schluss machen.